photo (c) Julien Menand

Die endlose Stadt

»Mit ihrem vierten Buch hat Ulla Lenze gleichzeitig einen verblüffend spannenden Liebesroman und ein philosophisches Essay über Kunst und Ethik geschrieben.«
Eva Behrendt, taz

»Es verfügt über erhebliche intellektuelle Klarsicht, was die Verhältnisse von Menschen, Systemen und Regionen betrifft, und denkt sich geistreiche Konstellationen aus, in denen es seine Thesen demonstrieren kann.«
Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

»Die Figuren sind unglaublich geglückt. Das ist eine Art Psychologie, die sie durch eine raffinierte Erzählhaltung entwickelt, die von außen kommt, sich herantastet und nicht allwissend ist.«
Maike Albath, Deutschlandfunk Büchermarkt

»Ulla Lenze hat in ihrem enorm gegenwärtigen Großstadtroman eine Sprache für die Verwirrung zwischen Nähe und Ferne, Kunst und Kapitalismus gefunden. Die endlose Stadt ist die Zeichnung einer globalisierten Epoche, in der die Differenzen in einer universalen Warenwelt eingeebnet sind, gleichzeitig aber die sozialen Unterschiede immer bedrängender werden.«
Christoph Schröder, KulturSPIEGEL

»Die Spiegelung beweist nicht nur Lenzes eigenen Sinn für ästhetisches Gleichgewicht, sondern erzeugt auch eine erhebliche erzählerische Sogwirkung. Zeitversetzt und auf zwei Ebenen steuert sie auf ein gemeinsames Bild zu, in dem soziale Ungerechtigkeit, Kolonialismus und Herrschaftsdenken aufs Schönste zusammentreffen und zu einem architektonischen Statement werden.«
Britta Heidemann, DIE WELT

»(...) Vielleicht, denkt man weiter, ist eine solche Position überhaupt nicht mehr haltbar, und wer Ulla Lenzes herausragenden Roman “Die endlose Stadt” gelesen hat, der hochreflektiert und realitätssatt von der Unmöglichkeit erzählt, beim Dahingleiten durch das komplex vernetzte Global Village zwischen Hannover, Istanbul und Mumbai sich selbstbestimmt zu verorten, geschweige denn eine klare Opposition zu behaupten, der kann Trojanows Widerstandshaltung zunächst als eine schwerfällige Pathosgeste von gestern abtun, als noch klar völlig klar zu sein schien, wo der Feind steht.«
Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online

»Ulla Lenze kann ganz wunderbar beobachten und analysieren, auf eine sehr beiläufige Art und Weise (...) eine wirklich großartige Autorin.«
Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt

»Das ist intellektuell und emotional anregend zu lesen, weil dieser politische Roman immer auf seinem Charakter als Kunstwerk beharrt, allein schon in seiner Klangkultur und metaphorischen Fülle. Man merkt es genauso in der überzeugenden Figurenrede wie in den beunruhigenden Schilderungen, durch die Vertrautes exotisch und Exotisches unerreichbar fremd wirkt.« Rolf-Bernhard Essig, Nürnberger Nachrichten

»Sinnlos schöne Poesie«
Sabine Vogel, Frankfurter Rundschau

»Ein kunstvoller Roman«
Martin Halter, FAZ

»Ich will (...) mal ein Buch nennen, von einer jungen Autorin, das mich erstaunt hat: „Die endlose Stadt“ von Ulla Lenze. Diesem Buch merke ich an, dass es Substanz hat.«
Uwe Timm

»Ulla Lenze ist eine sehr schlaue Autorin, der es wirklich gelingt, die Fallen der Exotik, des Fremden zu unterlaufen, indem sie den Diskurs miteinbaut. [...] Wir haben hier ein Beispiel für neue deutsche internationale Literatur.«
David Wagner, radioeins

»Der Roman betritt unterschwellig philosophisches Terrain, von Kant über Adorno bis zu dem französischen Philosophen Jacques Lacan. Zugleich ist er eine fulminante Erkundung des entgrenzten Kapitalismus, seiner Gewalt und seiner Macht, wie der amerikanische Soziologe Richard Sennett ihn beschreibt.«
Wend Kässens, Wiener Zeitung

»Ulla Lenzes Kunst besteht darin, im Bewußtsein einer Aporie, anspruchsvoll, engagiert und polyphon zu schreiben. Das soll erst mal einer schaffen: einen Roman über Mumbai, in dem die Stadt nicht wie ein Abbild bekannter Vorstellungen wirkt. In dem Sozialkitsch produziert oder reproduziert wird. Wo nichts nur “gut gemeint” ist. Wirkungslos ist diese Literatur nicht. Denn wer “die endlose Stadt” gelesen hat, wird andere Bilder im Kopf behalten als die aus Nachrichten und Magazinen.«
Carsten Hueck, ORF, ex libris

»Poetisch, fulminant und ziemlich genial.«
Cosmopolitan

»Neben den essayistischen Betrachtungen, in denen die Perspektive junger, kosmopolitisch sozialisierter Frauen auf Länder des nahen und fernen Ostens klare Konturen gewinnt, beeindrucken vor allem die sinnlich-plastischen, atmosphärisch dichten Schilderungen von Straßenszenen, Wohnmilieus, Vergangenheitsspuren und Gegenwartsblessuren in den beiden brodelnden Riesenstädten. Die Beziehungsgeschichten verleihen dem in raschem Tempo und schnörkelloser Sprache erzählten Roman ein zusätzliches Spannungselement, ohne seine kunstreich konstruierte Balance zu stören.«
Kristina Maidt-Zinke, Buchvorstellung für Litrix

»Die Autorin Ulla Lenze hat in ihren aufregend klugen Roman Die endlose Stadt breite Diskurse über Kunst und Geld und Globalisierung integriert.«
Dirk Knipphals, taz

»Ulla Lenze erzählt auf eindringliche und dramaturgisch kunstvolle Weise vom Reisen und Lieben in einer Zeit, in der Entfernungen immer einfacher und selbstverständlicher überwunden werden, in der die Fremde immer näher rückt.« Manuela Reichart, DRadio

»Seine Stärke entfaltet er in den atemlosen Stadtbeschreibungen. Lenze fasst den spezifischen Puls, die Lebendigkeit und die Gegensätze insbesondere Mumbais in eine sinnliche und zugleich klare Sprache. In diesen Momenten machen auch die Lesenden die Erfahrung, dass sich die Realität den eigenen Deutungsversuchen entzieht.«
Martina Läubli, NZZ

»Mit ihrem neuen Roman Die endlose Stadt (Frankfurter Verlagsanstalt) hat Ulla Lenze endlich mal Stipendiaten-Prosa im besten Sinne abgeliefert. Denn die 1973 in Mönchengladbach geborene, hochdekorierte Autorin verfügt nicht nur über ebensoviel Stipendien- wie Auslandserfahrung (zuletzt besuchte sie Delhi mit Außenminister Steinmeier), sondern kann mit poetischer Distanz und psychologischer Härte auch ganz schön subversiv darüber schreiben.«
Andreas Merkel, Interview

»This isn’t the sort of novel I usually like, but Lenze’s gets original results. She has a great talent for reversing clichés – the cast of “The endless City” even includes some reasonably sympathetic real estate developers – and maybe that reflects her affinity with Hegel. Every thesis contains its antithesis, and so, almost in spite of its serious self, “The endless City” is a page-turner.«
Jefferson Chase, Deutsche Welle

»Mit großer Reife, die sich in plastischen Charakteren und realistischen Bildern zeigt, erzählt Ulla Lenze vom Konflikt zwischen Kunst und Geld. Ein Roman, der konsequent aus der weiblichen Perspektive geschrieben ist. Nehmen und Geben, was heißt das für die eigene Integrität, wie hängen Käuflichkeit, Begehren und Unabhängigkeit zusammen? Fragen, denen sie subtil nachgeht, während sie zugleich eine packende Geschichte entwickelt.« Thomas Linden, Choices

»Ihr Roman „Die endlose Stadt“ mit den kunstvoll ineinander greifenden Handlungssträngen lebt nicht nur von den einprägsamen Hauptfiguren, deren Leben sich in und zwischen den Städten für kurze Zeit und lange Folgewirkungen verschränkt. Sondern er bezieht seine Qualität aus den nachwirkenden Fragen – etwa nach unserem Blick auf das Fremde. Der hat sich durch die Möglichkeiten des Reisens und der Globalisierung zwar massiv verändert, ist aber dennoch von vorgefertigten Bildern, von Meinungen, und von dem, was wir sehen wollen, geprägt.« Marit Borcherding, Goethe-Institut München

»Drumherum und zwischendurch besticht die gewitzte Geschichte mit aktuellstem Zeitkolorit. Die in ihr aufgeworfenen politischen Fragen verformen sich teils im Abgleich der eigenen Maßgaben mit denen fremder Kulturen, mit denen das Leben als Kurzzeit-Expat konfrontiert. Bevölkert wird sie von einem übersichtlichen Personal, dessen Handlungen kaum vorhersehbar sind und das zum Schluß dem wahnsinnigen Weltwachstum einfach untergespült wird.« Stan Lafleur

»Ulla Lenze ist eine Meisterin darin, die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Protagonistinnen darzustellen. Schon ihr letzter Roman Der kleine Rest des Todes, welcher vom Taumeln einer jungen Frau nach dem Tod des Vaters erzählt, überzeugte mich durch den gefühlsintensiven Sog ihrer Sprache.« Felix Ter-Nedden, Parkbuchhandlung

»Breit empfohlen!« Connie Haag, ekz

»Diese gespenstische Präzision zeichnet Lenzes Roman Die endlose Stadt aus. Eigentlich eine trickreiche Doppelbelichtung: zwei an den Rändern zerfressene Metropolen, zwei Frauen, die darin unterzugehen drohen. (...) Wie diese überrumpelnden Orte den Figuren unter die Haut dringen, beschreibt die Autorin ebenso radikal wie ungewöhnlich.« Kölnische Rundschau

»Die kurzen, scheinbar auf Sachlichkeit abzielenden Sätze evozieren nicht nur Bilder von Landschaften, Städten und atmosphärisch dichten Szenen. Lenzes Erzählweise besticht ebenso durch die Präzision in der Beschreibung von Gefühlsregungen und psychischen Vorgängen, die noch kleinste Nuancen in der Wahrnehmung der Figuren zu schildern in der Lage ist.« Bernhard Walcher, Literaturkritik




Der kleine Rest des Todes


»Ulla Lenze schreibt eine tolle, empfindungsintensive, pathosfreie Prosa, die sich nie der Illusion hingibt, die Sache zu erzählen könne irgendwie helfen. Und ich glaube, mir gefällt dieses Buch, weil ich seine Sprache für echt und wahr und ehrlich halte.«
David Wagner, MERKUR, März 2013

»In einem fein gewirkten Sprachgeflecht entführt uns die Icherzählerin in eine Isolation, die viel kathartisches Potenzial aufweist für diejenigen, denen das Ableben eines geliebten Menschen schon zugesetzt hat. Aber auch alle anderen sollten dieses wunderbare literarische Kleinod unbedingt lesen.«
Financial Times Deutschland

»Ulla Lenze bringt aus Indien viele Betrachtungsweisen ihrer Bücher mit – aus der Welt des Buddhismus, der Erlösungssuche und der sozialen Implosion. In ihrem neuen Roman eher philosophisch indirekt. Er umkreist die unaushaltbare Tatsache des Unfalltods des geliebten Vaters der Erzählerin mit Reflexionen über diese Leerstelle in der Welt, die nie ins Leben zu integrieren ist. Es bleibt ein Riss in der Welt, ein Rest: Der kleine Rest des Todes. In äußerst feiner und genauer Prosa erzählt, meisterlich.«
Börsenblatt, Hubert Winkels

»Diesen Rückzug ins Innere merkt man Ulla Lenzes lebensgesättigtem, gleichwohl lyrischem Roman an. Ein Roman über das Leiden und über ‘das Leiden am Leiden’. Er dringt in jene Räume vor, die zu betreten am schwersten sind. Dort nämlich kann man etwas entdecken, was ungeheuer fragil, instabil, unfassbar, transzendent ist: das eigene Ich.«
Deutschlandfunk, Büchermarkt, Ulrich Rüdenauer

»Wie ein weiblicher Büchner.«
Nürnberger Nachrichten, Rolf-Bernhard Essig

»Ulla Lenze versucht gar nicht erst, das Unbegreifliche zu begreifen. Sie beschreibt vielmehr, und darum auch so wirkungsvoll, die Folgen, die der Tod bei ihrer Protagonistin hervorruft.«
Der Tagesspiegel, Martin Lüdke

»Lenzes schmaler Roman erzählt auf anrührende Weise von der Trauer und davon, was sie mit einem Menschen anzurichten vermag.«
WDR3 Passagen, Oliver Pfohlmann

»Ulla Lenzes neuer Roman, ihr dritter, ist das verdichtete Psychogramm einer Trauernden, ein Buch der großen und kleinen Erschütterungen, in dem die Krisen in einer geradezu logischen Kettenreaktion aufeinander folgen. [...]
Der bemerkenswerteste Aspekt an Ulla Lenzes hochkonzentriertem Buch ist, wie nachvollziehbar hier eine Trauernde aus sich selbst heraus das Recht zum hemmungslosen Egoismus entwickelt.« Süddeutsche Zeitung, Christoph Schröder

»Ein Buch über Todeswut, das sich lohnt.«
BRIGITTE


Frankfurter Rundschau, Literatur.Magazin Frühjahr 2012, Andreas Montag

»Ein Roman wie ein Strudel. [...] Dabei schreibt Ulla Lenze [...] auf keine Pointe hin. Vielmehr, und das macht ihre Kunst aus, bildet sie den Hintergrund des Schreckens in den Selbstbetrachtungen ihrer Hauptfigur ab, die durch den Verlust des Vaters eine dramatische Befreiung von den Konventionen erlebt, die ihr bis dahin, notdürftig genug, Halt gegeben haben. Die junge Frau, eine Akademikerin auf dem Weg zur Promotion, die sie sich aufgegeben hat, um eine tüchtige Tochter zu sein, beobachtet sich staunend, dann erschrocken beim Absturz aus den Sicherheiten des bürgerlichen Lebens.«


Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Sina

»Wo andere Autoren trivialpsychologisch behaupten, das Erzählen könne die Trauer überwinden, richtet Lenze den Fokus auf den einzelnen, schmerzenden Augenblick, um ihn irgendwie zu begreifen – ist sich dabei aber nüchtern bewusst, dass auch dies keine Rettung bringen kann. Wer in einigen Jahren auf das erstaunliche Spektrum an Todes-, Sterbe- und Trauergeschichten im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert zurückblicken wird, wird nicht nur Daniel Kehlmanns “Ruhm” [...], Judith Hermanns “Alice” oder auch Christoph Schlingensiefs Krebstagebuch “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!” zur Kenntnis nehmen müssen, sondern auch Ulla Lenzes “Der kleine Rest des Todes.” Und mit ihm eine ganz eigene Stimme im vielköpfigen Totengesang der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.«


ELLE, April 2012

»Ein einfühlsamer Roman«


Die Welt, 16.3.2012, Björn Hayer

»Wie ein Museum liebenswert arrangierter Kleinodien aus vergangenen Zeiten mutet den Leser die reichhaltige Innenwelt der Ich-Erzählerin in Ulla Lenzes “Der kleine Rest des Todes” an. In melodischer Führung stimmt die junge Autorin darin einen sanften Blues des Verdämmerns an: Nichts mehr steht an dem Ort, wo es hingehört, als die erfolglose Dauerpromoventin Ariane nach einem sechsmonatigen Aufenthalt in einem Zen-Kloster in ihre Heimat zurückkehrt. [...] Die stringente Talfahrt gen Abgrund hat einen finsteren Grundton. Doch der Leser lässt sich hingebungsvoll auf Lenzes Jeremiade ein. Es sind die seidenzartgeschlagenen Moll-Akkorde und die schmiegsamen Gedankenströme, die diesem schmalen Roman seine poetische Magie verleihen.«


Neues Deutschland, Britta Caspers

»Das Großartige und Berührende an diesem Buch mit seiner Hauptfigur, voller innerer Widersprüche, treibend und wühlend zwischen Regression und Aufbruch, ist vielleicht dies: dass es zeigt oder immerhin erahnen lässt, von welch ungeheuerlicher vitaler, letztlich dem Leben zugewandter Kraft diese alle Momente ihres Seins ergreifende Trauer ist, die Ariane auf sich nimmt. – Gerade durch die zur Sprache werdenden Erfahrungen existenzieller Haltlosigkeit hindurch.«


SR, 5. Mai 2012, Thomas Plaul

»Ulla Lenze hat mit ihrem Roman ‘Der kleine Rest des Todes’ ein sprachlich hochkonzentriertes, atmosphärisch dichtes und auch sehr poetisches und kluges Buch geschrieben, über den Tod, über die Trauerschmerzen des Hinterlassenen, und auch darüber, wie man sich diesen Schmerzen stellen und sie schließlich auch bestehen kann.«


Neue Presse, 20.3.2012

»Lenze spürt jedem Moment für sich nach, gibt ihm seine Stimme, schickt dazu die Protagonistin in Extremsituationen. Ein positiv verstörendes Buch.«



Hannoversche Allgemeine Zeitung, 20.3.2012, Martina Sulner

»In ihrem schmalen, dichten Roman erzählt Ulla Lenze eine eindringliche Trauergeschichte. [...] Lenzes Mischung aus Distanz und extremer Nahsicht hat etwas Betörendes.«


NDR, 21.3.2012, Katja Weise

»Ulla Lenze wechselt zwischen einem hoch verdichteten, sehr poetischen Stil und nüchterner Beschreibung, die gleichzeitig Versuche des Festhaltens dokumentiert, gerade auch an den kleinen Dingen und Verrichtungen. [...] Hochliterarisch.«


WDR 3 Mosaik, 23.3.2012, Daniel Finkernagel

»Was bleibt nach dem Tod für die, die leben? Erinnerungen, Erinnerungen an den Toten, Erinnerungsfetzen [...] ein ganz diffuses Synapsenkarussel, das da durch den Verlust in Gang gesetzt wird und das in Worte zu fassen natürlich unglaublich schwer ist. Die Schriftstellerin Ulla Lenze schafft das in ihrem neuen Roman auf eine Weise, die den Leser in eine Art Trauerpsychogramm mitreisst, eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Eine Sinfonie aus Abschied, Erinnerungen, Weiterleben, Selbstverlust, Selbstfindung.«


Deutschlandradio Kultur, 4. Juni 2012, Jörg Plath

»Der kleine Rest des Todes wird der Größe des Themas gerecht durch Verdichtung. Eine mühelose, aber lange nachhallende Lektüre.«


Süddeutsche Zeitung, 26.3.2012, Volker Breidecker über die Lit.Cologne 2012

»Die überzeugende letzte Probe darauf lieferte Ulla Lenze mit Auszügen aus der sprachlich konzentrierten Prosa ihres neuen Romans ‘Der kleine Rest des Todes’. Unter der charmanten Moderation von Hubert Winkels entwickelte sich ein fast melodischer Dialog mit Navid Kermani, der sein eigenes Totenbuch ‘Dein Name’ (2011) mitgebracht hatte. Am Ende improvisierten Lenze und Kermani daraus ein kleines Duett. Doch was es da mit dem ‘Seufzerkobold’ auf sich hat, der einen fragt, was man sich wünscht, das konnte der Festivalbesucher in der Fülle des Gebotenen für sich selbst entscheiden.«


AVIVA-Berlin, 27.3.2012, Katja Schickel

»’Der kleine Rest des Todes’ ist kein Therapiebuch für Hinterbliebene, sondern ein Roman über Grenzerfahrungen auf dem unbekannten Terrain zwischen Leben und Tod. Gekonnt entgeht die Autorin jedem Anflug von Kitsch oder falschem Pathos. In den Beschreibungen der ProtagonistInnen, lakonisch und (selbst-)ironisch erzählt, entfalten vor allem die atmosphärisch dichten Passagen über den Verlust menschlicher Nähe und Zuneigung, die körperlichen und seelischen Reaktionen darauf, die krisenhafte Zuspitzung der Ereignisse, einen eigenartigen Sog, dem man sich – trotz des heiklen Stoffs – nicht so leicht entziehen kann.«


Zuckerkick, 15.3.2012

»Man fühlt sich wie in einem Rausch, während man das 150 Seiten dünne Werk durchschmökert und man ist ergriffen von der Sprachgewalt der Autorin, welcher es gelingt, den trostlosen Alltag in packende Bilder zu überführen.«


synaesthetisch.wordpress.com, 2.3.2012

»Die Autorin schickt ihre Heldin auf den Weg durch die Großstadt, auf die Suche nach Halt und Verständnis. Ein Weg, der kein definiertes Ziel hat, der nicht sinnstiftend und planvoll sein muss. Der ihr aber leben, fühlen und weitermachen hilft, und nur das zählt. Ariane ist eine überaus sympathische Figur, der man durch die Zeilen hindurch zu gern die eigene Hand hinstrecken würde. Der kleine Rest des Todes ist ein Buch, das Trauer zulässt, sie von allen Seiten anschaut und nicht darauf hofft, sie möge möglichst schnell vorbeigehen. Ulla Lenze verknüpft die Gedanken ihrer Heldin mit wunderschönen Landschafts- und Großstadtbildern, die ein Stück jener Trauer spiegeln, die Ariane in sich fühlt.«


Der Tagesspiegel, Gerrit Bartels

»Schon lange war kein Frühjahr in der deutschsprachigen Literatur mehr so gut und kreativ, so vielfältig und aussagekräftig wie dieses, von Christian Krachts “Imperium” über Andreas Maiers “Das Haus” bis zu Bernd Cailloux’ “Gutgeschriebene Verluste”, von Felicitas Hoppes Anti-Autobiografie “Hoppe” über Annette Pehnts Generationenroman “Chronik der Nähe” bis zu Ulla Lenzes Trauerbuch “Der kleine Rest des Todes”.«


WDR 5, Bettina Hesse

»In ihrem dritten Roman erzählt die 1973 geborene Autorin Ulla Lenze, wie weit die Erfahrung des Todes von der Alltäglichkeit entfernt ist. Realistisch und sensibel zugleich begibt sich “Der kleine Rest des Todes” auf die Suche nach der poetischen Sprache des Abschieds.«


Frankfurter Neue Presse, Dierk Wolters

»Ulla Lenze hat einen dunkeltodtraurigen Roman geschrieben, mit Lichtblicken erst ganz am Schluss. Lesenswert, weil er den mit Arianes Unbedingtheit konfrontierten Leser zur Selbstbefragung zwingt: Wie halte ich es mit dem Tod?«


kulturnews

»Doch gerade in diesen Zumutungen liegt der große Verdienst von “Der kleine Rest des Todes”: Mit ihrem Roman kämpft Ulla Lenze für ein Recht auf Schmerz jenseits eines ganz genau abgestuften Verhaltenskodex für Trauernde.«


HR, 19.4.2012, Frank Statzner

»Die atmosphärische Verdichtung in diesem Buch stößt Türen auf in eigene Tagträume, sie aktiviert. Diese Sätze und Bilder veranlassen eigene Gedanken zum Thema Tod, Verlust, Trauer und natürlich zum Leben. Dieses Buch führt uns keine Lösungen für Trauersituationen vor, aber es regt die eigene Auseinandersetzung sehr intensiv an.«


Wiener Zeitung, 23./24. 6. 2012, Markus Bundi

»Wie es der 1973 geborenen deutschen Schriftstellerin gelingt, Außen- und Innenwelt aufeinander prallen und voneinander wegdriften zu lassen, dabei Dissonanzen und Implosionen zu erzeugen, das ist große Kunst«


Der Standard, 22.6.2012, Oliver Pfohlmann

»Trauer ist nicht vorübergehend, sondern ein Zustand, der Monate, oft Jahre anhalten kann. Wer trauert, ist anstrengend – und deshalb meist rasch auf sich gestellt. Ariane zieht sich zurück, ihre Wohnung verdreckt, der Strom wird abgestellt – alles Finanzielle hat bislang der Vater geregelt. Eindrucksvoll erzählt Ulla Lenze in einer lakonisch-präzisen, ganz in der Gegenwartsform gehaltenen Sprache, wie Ariane sich mehr und mehr im Gewirr quälender Fragen verliert.«


Neue Zürcher Zeitung, 26.6.2012, Alexandra von Arx

»Ulla Lenze hat mit «Der kleine Rest des Todes» – es ist mittlerweile ihr drittes Buch – einen einfühlsamen und persönlichen Roman über den Tod eines geliebten Menschen und den Schmerz, der bleibt, geschrieben.«

»Der Text berührt mich sehr. Die Stimmungs- und Wahrnehmungslage nach dem Tod eines nahestehenden Menschen finde ich extrem gut beschrieben – die Worte dazu muss man erst mal finden und das schafft die Autorin sehr gut.« Christiane Morbitzer, Hugendubel Stuttgart


Domradio Kultur, 11.7.2012, Johannes Schröer

»Ulla Lenzes Roman ist aufwühlend und wirkt wie ein roher Schrei. Schonungslos erzählt sie von den Abgründen, in die ein Mensch fällt, der dem Tod so nah kommt. (...) Ulla Lenzes Buch ist auch ein vehementer Gegenentwurf zu allenseichten Trauerratgebern, denn im Angesicht des Todes helfen keine Rezeptbücher, die einen in zehn Schritten zurück in den Alltag führen.«





ARCHANU

NZZ, 29.11 2008
Beatrice Eichmann-Leutenegger

»Ulla Lenze nimmt sich einer hochaktuellen Thematik an und gestaltet sie aus der Perspektive einer Jugendlichen, deren Gefühlsbarometer unablässig schwankt zwischen Begeisterung, Hoffnung und Zweifeln, altersgemäßer Rebellion und einer entwaffnenden Selbstkritik. [...] Ulla Lenzes Sprache mit ihrem zündenden Witz, ihre Gabe der scharfen Beobachtung und ihr ausgesprochener Sinn für Ironie vermögen den Leser rasch zu fesseln; auch wahrt ihre Story die Balance zwischen Stoff und Reflexion.«

Zum vollständigen Artikel


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. 9. 2008
Martin Halter

»Archanu, spannend erzählt in einer kühlen, geradlinigen und doch eigenwillig poetischen Sprache, kann man nicht leicht zuschlagen, und wenn man durch ist, dann ist man noch lange nicht fertig damit.«

Zum vollständigen Artikel


Kölner Stadtanzeiger, 13. 9. 2008
Petra Pluwatsch

“Archanu ist ein in jeder Weise wunderbares Buch über die Wirren des Erwachsenwerdens. Ulla Lenze hat damit ein weiteres Mal ihr großes Talent unter Beweis gestellt.”


punkt.ch, 07.10.2008

“Die neunmalkluge Marie schmeisst das Abitur, denn sie will die Welt retten. Ihr Ziel: Morgenstadt, ein Pseudo-Utopia im subtropischen Dschungel. Hier spielen Europäer Zukunft, wie sie optimal wäre für den Planeten, die Tiere, die Luft, die Kinder. Doch die Einheimischen sind rechte Spielverderber. Ein hoch intelligenter Roman über Öko-Ethik-Missionare und ihr grandioses Scheitern.”


Deutschlandradio Kultur, 22.9.2008
Frank Meyer

“Die Ereignisse in Archanu, die Liebesgeschichte zwischen Marie und dem Sektenberater Ganto, diese beiden Handlungsebenen treiben Ulla Lenzes Roman parallel voran. Sie hat mit diesem Buch die alte Form des Briefromans wieder belebt, allerdings in einer eigenwilligen Form: Marie schreibt im Kopf unablässig Briefe an Ganto, die sie jedoch nie abschickt, und sie erfindet immer neue Antworten von ihm. Dieses dialogische Prinzip verschafft dem Roman einen klaren und zupackenden, direkten und frischen Ton.”
Zum Podcast




SCHWESTER UND BRUDER


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. 10. 2003
Martin Halter

“Ulla Lenze reißt, ähnlich wie Patrick Roth oder Peter Handke, im Diesseits Himmel voller Wunder, einen Horizont innerweltlicher Transzendenz auf. Aber sie tut es so unverkrampft, leichthändig und spannend, daß ihre Geschichte nie peinlich oder pastoral wird.”


BRIGITTE

“Dieser Roman macht offen für Wunder.”


Frankfurter Rundschau, 08. 10. 2003
Jörg Plath

“Die Schwester achtet, nicht anders als der Bruder, ein Unaussprechliches, in das jedes menschliche Handeln eingebettet ist, und es ist dieses Unaussprechliche, das den Roman bis zuletzt trägt.”



Literaturen 10/2003
Sophie von Glinski

“Ein interessantes Experiment: eine Reise, erzählt von jemandem, der nicht verreisen und sich nicht verändern will, und dem es doch geschieht – Ulla Lenze führt es mit großer Genauigkeit und Könnerschaft durch. Und schafft es tatsächlich, einen indischen Selbstfindungs-Roman zu schreiben, der völlig ohne esoterische Verbrämung auskommt und das Fremde nicht ans Klischee verrät.”



Kölner Stadtanzeiger, 18.09.2003
Petra Pluwatsch

“Die wunderbar erzählte Geschichte einer schwierigen, von Schuld und Rivalität geprägten Geschwisterliebe.”


WDR 3, “Resonanzen”, 17. 09.2003
Oliver Cech

“Durch die mystische Erfahrung des Bruders steht Lenzes Roman in der Tradition der großen Indien-Bücher etwa von Mircea Eliade oder Hermann Hesse – eine Tradition, die Lenze aber zugleich auch hinter sich lässt durch eine raffinierte Konstruktion. Zwischen den Positionen von Bruder und Schwester, zwischen rauschhaftem Erleben und intellektueller Reserviertheit, baut sich eine dialektische Spannung auf, die den ganzen Roman trägt, weil sie auf ihre Auflösung wartet, auf die Synthese der Gegensätze. Eine Auflösung – dies das eigentliche Raffinement –, die zwar in Indien erfolgt, die Geschwister aber aus der Ferne ins ganz Nahe, ganz Vertraute zurückführt. […]

Eine Erzählung, die vor den letzten Fragen nicht zurückscheut, ohne sich jemals hinter die schützenden Barrieren der Philosophie zurückzuziehen [...] Mit Souveränität verknüpft der Roman Zeit- und Handlungsebenen, nicht als formales Experiment, sondern im Dienst einer Geschichte, die ihren Rätselcharakter bis zuletzt verdichtet. […]

Anderthalb Jahre hat Ulla Lenze in Indien gelebt und studiert, und diese Erfahrung merkt man ihrem Roman an, sie verleiht ihm Welthaltigkeit. So funktioniert dieses bemerkenswerte Debüt, angetreten, um dem Spirituellen jenseits von Klischees ein literarisches Leben zu geben, schließlich auch als Reiseerzählung, widersprüchlich funkelnd und herb wie das Land, von dem es berichtet.”

Deutschlandfunk Büchermarkt, 05. 01. 2004
Claudia Kramatschek

“Die Geschichte von Bruder und Schwester, das leise Drama ihrer Liebe, um die sie wie im Märchen gegenseitig ringen, ist die unerwartete Gegenkraft in diesem Indienroman, der damit auf untypische Weise seine beiden Hemisphären gekonnt in der Waagschale halten kann. Denn Indien und Deutschland, östliche und westliche Philosophie, Vergangenheit und Gegenwart, zyklische und dialektische Muster der Erfahrung von Zeit und vom Erzählen finden auf wortwörtlich wundersame Weise zusammen von dem Moment an, als Martha und Lukas gemeinsam den indischen Boden betreten:

Da ist zum einen der eher kühle, fast rapporthafte Ton von Marthas indischen Impressionen, die sich dem Klischee durch gezielte Reduktion widersetzen ­ und dennoch so erfahrungsgesättigt sind wie von poetischer Suggestion zugleich. Und da ist Lukas, dessen Körper Ulla Lenze immer mehr zum Schauplatz selbst werden wird, der eine eigene Sprache spricht: die Sprache dessen, was jenseits der ratio liegt. Da ist die gewagte mehrfache Überblendung der erzählerischen Ebenen selbst: Einerseits die Geschichte des englischen Offiziers, dessen Leben sich in Lukas’ Reise magisch wiederholt ­ und das umso mehr, da Martha und Lukas in ihrem Fahrer Viju auf einen leibhaftigen Wiedergänger, den Enkelsohn des Offiziers treffen; Martha wiederum erinnert sich mehr und mehr an jene frühen Kindheitstage, da die Entzweiung mit Lukas eintritt ­ und als die geliebte Großmutter stirbt, begleitet von jenem Schweigen, das dem Tod im Westen so eigen ist, wie er in Indien allgegenwärtig ist.

Tatsächlich ist der Tod, die Frage, welchen Umgang man mit ihm und damit auch mit dem Leben pflegt, das Schlüsselmotiv im gesamten Roman, das beide Hemisphären: den Westen und den Osten, aber auch Bruder und Schwester, im Trennenden unaufdringlich miteinander verfugt. Denn Martha und Lukas werden erneut zueinander finden, gerade weil sie sich am Ende der Reise aus den Augen verlieren. Martha wird Indien am eigenen Leib erfahren ­ und lernen, dass auch sie unter der ordnenden Oberfläche des Intellektuellen von atavistischem Glauben getrieben ist: Spät erst erfährt sie aus dem Munde des Bruders die Erlösung, dass es nicht ihre Worte waren, die einst den Tod der Großmutter bewirkten.

Geschickt vermischt Lenze somit letztlich die Konstellationen, hebt die vermeintlich strikten Gegensätze auf. Eine schlichte Auflösung findet dennoch bis zum Schluss dieses wundersamen Debuts nicht statt. Eher scheint es, als ziehen sich Bruder und Schwester, als zöge dieser Roman selbst sich zurück in ein rätselhaftes Schweigen, ein undurchschaubar orientalisches Lächeln. Weder exotischer Reisebericht noch schwülstiger Seelentrip, war selten so wenig und selten soviel Indien zugleich wie in diesem Indien-Roman namens Schwester und Bruder.”